Wie übe ich Yoga? Prinzipien der Asana- und Pranayama-Praxis

Was wir im Yoga am meisten dehnen möchten, ist der Atem.

 Die zwei Qualitäten der Asanapraxis sind

  • sthira – Stabilität
  • sukha –  Leichtigkeit

Im Vordergrund steht ein beständiges und angenehmes Üben, welches die Qualitäten sthira und sukha, besonders hinsichtlich der Wirbelsäule, betont. Alles im Körper ist irgendwie mit ihr verbunden und sie fungiert praktisch wie ein Baumstamm.

Die Praxis soll einem Ziel angepasst werden, einem mit dem man sich auch wirklich identifizieren kann. Der Weg dorthin verläuft in geordneten Schritten (vinyasa krama) – also nach einem kontrollierten und überlegten Vorgehen/ Aufbau.
Was natürlich an dieser Stelle auftaucht ist das prana, in Form der Atmung: Den Atem „verwenden“, ihn integrieren und als feines Mittel der Anpassung nutzen sowie seine Macht dabei erkennen. Darum ist es auch so wichtig den Atem während des Übens zu beobachten und als Feedback zu nutzen. Zudem gilt es während der Praxis Widerstände zu erkennen und zu verringern.
Pranayama und Variation mit der Atmung: Allein dadurch kann ein Übungsprogramm schon ganz anders sein und wirken. Die Atemvariation soll dabei trotzdem der individuellen Person und dem Ziel angepasst sein.

Atem ist Ausdruck des pranas

Wenn wir den Atem bewusst regulieren, verändern wir das Atemmuster. Allein dadurch verändert sich der Geisteszustand und diese bewusste Atmung vermindert Unreinheiten im körperlich-geistigen System. Der Geist wird gesammelt, man kann Dinge klarer sehen und es entsteht eine Geistesverfassung, welche die Versenkung in der Mediation ermöglicht.

Die “Pranayama-Qualitäten”, um im Geist klar und gesammelt zu werden, sind:

  • dirga (lang & beständig) und
  • sukshma (weich und fein).

Diese “Beständigkeit des Übens” und die “Qualität + Reflexion” stehen beide in einer dynamischen Verbindung. Für das Erreichen dieser Qualitäten, gibt es drei Elemente:

  • dehsa: der “Ort” wo der Geist platziert ist, also der mentale Ort, an dem der Geist sich sammelt
  • kala: die Zeit (Dauer von Ein- und Ausatmung…) die so das Atemverhältnis bestimmt
  • samkhya: die Anzahl der Atemzüge

Leitfaden für das Üben von Pranayama:

  • Körper, Atem und Geist vor dem Üben beobachten
  • ein Übungsziel bestimmen
  • die Wahl der richtigen Art von Pranayama & die Haltung
  • das geeignete Atemverhältnis festlegen
  • mit kurzen Zyklen anfangen, dann verlängern. Von einfache Atemverhältnisse zu schwereren
  • nicht abrupt, sondern allmählich beenden
  • ausruhen

Ausgleichspositionen

Ausgleichspositionen finden nicht nur ihre Relevanz als Gegenposition für eine Asana, sondern für die ganze Yogapraxis: Sie sollen Spannungen lösen, insgesamt entspannen & ausgleichen und gleichzeitig vorbereiten auf die nächsten Übung.
Für einen Großteil der gängigen Asanas sind dies typische ausgleichende Übungen:

  • Apanasana:
    Rückenlage, Die Hände (und der Atem) führen die Knie in Richtung Brust und wieder weg.
  • Chakravakasana:
    Kindesposition verbunden mit dem Aufrollen in den 4-Füßler-Stand
  • Dvipada pitham:
    kleine Schulterbrücke
  • Ausruhen mit aufgestellten Füßen
  • Shavasana

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